Nordic Trekking auf dem Meraner Höhenweg – aktiver Naturgenuss rund um die Texelgruppe
Teambuilding bei der NWU – als Ausbilderteam hatten wir uns zu einer ambitionierten Tour verabredet. Der Meraner Höhenweg hat eine Länge von ca. 94 Kilometern und wird in der Regel in 6-7 Tagen erwandert. Mit Nordic Trekking als sportive Tourenvariante des Nordic Walking sollte es sehr viel schneller möglich sein. Also nahmen wir uns vor, die Strecke in 3 Tagen zu bewältigen. Es gibt unterschiedliche Angaben über das Profil. Wir haben auf der Runde 8.850 Höhenmeter Aufstieg gemessen.
Ursprünglich waren 7 Akteure geplant, aber Verletzungen und geschäftliche Termine ließen die Truppe auf 3 schrumpfen: Michael Peitz, 28 (AI Worms), Horst Kircher, 56 (Laufschule Zweibrücken) und ich, Bernd Schäufle, 45 (AI Worms). Drei Generationen auf Tour. Kann das gut gehen? Es kann! Und wie. Selten zuvor hatte ich drei Tage lang so viel Spaß. Natürlich muss ich auch das „Werksteam“ vorstellen: Carsten Dittberner aus Flensburg, Bernd Neuhardt aus Zweibrücken (Eigentlich Läufer, aber am 1. Tag der Tour im Schneefeld bei der Stettiner Hütte ausgerutscht und verletzt) und Ulrich Pramann vom Nature Fitness Magazin. Carsten und Bernd kümmerten sich um die Verpflegung und das „Zielweizen“. Uli begleitete uns aus journalistischer Neugier und mit dem professionellen Blick des begabten Fotografen. Über die Tour schrieb er einen Bericht, der in der nächsten Ausgabe des Nature Fitness Magazins zu lesen sein wird.
Die Anreise am 08. Juli klappte ohne große Probleme. Über den Fernpass und den Reschenpass lässt sich das Vinschgau mit dem Auto sehr gut erreichen. Die erste Nacht quartierten wir uns im Montfert Hof (Katharinaberg im Schnalstal) ein. Von hier aus starteten wir die Tour, da wir am ersten Tag den höchsten und vermeintlich anstrengensten Teil schaffen wollten.
oben: v.l.n.r. Bernd Neuhardt, Bernd Schäufle, Horst Kircher, Michael Peitz
Am Freitag also ging es früh los: aufstehen um 05:10 Uhr, anziehen, frühstücken und Start der Tour um 06:15 Uhr. Ziel des Tages sollte Pfelders sein, ca. 30 km entfernt. Die erste Etappe sollte auch gleichzeitig über den höchsten Punkt des Meraner Höhenwegs führen, dem Eisjöchl.
Der Beginn der Etappe folgte einem schmalen Waldstück, über Almen und Bäche hinauf zur Jägerrast auf 1700 Meter. Majestätisch präsentierten sich uns die Gipfel der Texelgruppe. Die Hohe Weiße (3.278 m) war zum Greifen nahe und der alte, gleichmäßig ansteigende Militärweg führte durch erste Schneepassagen bis zum Eisjöchl in 2.895 m und kurz danach zur Stettiner Hütte (2.875m), die uns zur Mittagsrast einlud.
oben: Pfelders
Nach der Pause konnten wir Pfelders schon am Horizont ausmachen, der Abstieg war durch die vielen, vielen Serpentinen (trotz „flotten“ Tempos) sehr viel länger als erwartet. In Pfelders (1.622m) angekommen zeigte die Auswertung unserer sehr professionellen Polaruhren eine Tagesstrecke von 26,4 km und 2.370 Höhenmeter.
In Pfelders übernachteten wir im Pfelderer Hof einem sehr schön gelegenen Hotel mit einem richtig guten Frühstück.
Am Samstagmorgen machte das Aufstehen keinerlei Beschwerden. Die Beine fühlten sich gut an. Ob die Kompressionsstrümpfe dafür verantwortlich waren? Egal, Hauptsache keine Beschwerden. Wir starteten erst kurz vor 08:00 Uhr. Der Wetterbericht hatte für Meran den heißesten Tag des Jahres angekündigt und das sollte auch so sein. Die knapp 35 Grad machten uns schon etwas zu schaffen. Am Abend kamen wir im Schnitt auf 10 Liter Flüssigkeit, inklusive Zielweizen. Die Etappe führte von Pfelders zur Bergstation der Hochmuthbahn. Die Herausforderung für diesen Tag war das ständige auf und ab mit teilweise sehr steilen Anstiegen und die Länge des Weges, der zurückgelegt werden musste.
Die erste Hälfte gestaltete sich recht angenehm mit leicht begehbaren Wegen und der typischen Landschaft des Höhenweges: einsame Wälder, Lichtungen und Bergbauernhöfe. Im Auf und Ab ging es nach Christl, oberhalb von St. Leonhard. Ab hier bog der Weg nach Süden ab und es wurde sehr sonnig und heiß. Am Nachmittag wurde der Weg dann anspruchsvoller, die Anstiege steiler und die Temperaturen machten sich bemerkbar.
Nach 10,5 Stunden reiner Gehzeit erreichten wir unsere Unterkunft an der Hochmuthbahn und feuerten abends die Deutschen beim WM-Spiel um Platz 3 an. Tagesbilanz: 39,8 km und 3.234 Höhenmeter.
Am Sonntag brach der letzte Tag unserer Tour an. Auch an diesem Morgen keine Beschwerden in den Beinen. Wirklich verwunderlich, aber das nahmen wir gerne zur Kenntnis.
Auch die letzte Strecke hatte es in sich: von Hochmuth (1.400m) zum Untervernatschhof auf 1.500 m, nahe Katharinaberg. Höchster Punkt dieser Etappe war das Hochganghaus auf 1.839 m, das wir noch am Vormittag erreichten. Später mussten wir tiefe Taleinschnitte und Rinnen durchwandern, die zum Teil mit Treppen, Leitern und Sicherungen versehen waren und nur für Trittfeste und Schwindelfreie geeignet sind.
Gegen Nachmittag zog es zu und es sah nach heftigen Sommergewittern aus. Uns erwische nur ein kurzer aber heftiger Schauer. Kein wirkliches Problem mit der richtigen Ausrüstung. Gegen 18 Uhr erreichten wir dann gemeinsam jubelnd den Untervernatschhof bei Katharinaberg. Die Tagesbilanz des 3. Tages: 28,1 Kilometer und 3.195 Höhenmeter. Wir konnten natürlich beim Abendessen und dem Endspiel unsere Aktion gebührend feiern. Schnell war klar, dass dies nicht die letzte Nordic Trekking Tour in dieser Zusammensetzung gewesen ist.
Fazit: Nordic Trekking ist sehr viel schneller als normales Wandern. Im Durchschnitt konnten wir die angegebenen Gehzeiten um 30 - 40% unterschreiten. Nordic Trekking eignet sich für Aktive, die körperlich fit sind und über eine sehr gute Ausrüstung verfügen.
Ausrüstung:
- Nordic Walking Stöcke – Leki Traveler Carbon, Exel Extreme Trailrunning
- Schuhe – Lowa S-Trail SL und Meindl Quitto XCR
- Kompressionsstrümpfe – CEP Trekking und Running Socks
- Textil – Odlo Outdoor Kollektion 2009/10
- Herzfrequenzmessgeräte – Polar RS 800 CX Multi
- Handschuhe – Leki und Exel Nordic Walking Handschuhe
- Rucksäcke – Deuter ACT light 40 + 10
- Getränke – Voelkel Natur..
- Nahrungsergänzung – Quintessence Naturprodukte
- Pflegeprodukte – Allgäuer Latschenkiefer