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Der neue Trend heißt Nordic Trekking

Herbstzeit ist Wanderzeit – das war schon immer so. Dieses Jahr werden Wanderer immer häufiger von sportlichen Weggefährten überholt, die über lange Distanzen unterwegs sind und ein äußerst flottes Tempo vorlegen. Neben dem dynamischen Gang im anspruchvollen Terrain fällt die Ausrüstung auf: Pulsuhr, Leichtrucksack und Nordic Walking Stöcke.

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Die Vorbeieilenden bringen willkommene Abwechslung in das Fitnessprogramm dieser Monate, und die heißt Nordic Trekking. „Man erlebt die Natur so intensiv wie beim Wandern, meistert technisch anspruchsvolle Passagen wie beim Trekking oder Trailrunning und findet einen fast schwebenden Rhythmus, der rundum glücklich macht wie beim Nordic Walking“, erklärt Bernd Schäufle, Fitness-Experte und Pionier des Nordic Trekking.

Wandern mit viel Vorschub

Besser gesagt: modernes Ausdauertraining statt Wandern. Denn Nordic Trekking ist Nordic Walking über viele Stunden, fernab von Asphalt und breiten Wegen, um Wald, im Feld und im Gebirge. Mit Gleichgesinnten allein auf weiter Flur. Ein Hauch von Abenteuer und Freiheit, gepaart mit dem gezielten Training fast aller Muskelpartien des Körpers machen den Reiz dieses neuen Ausdauersports aus.

Die neue sportliche Gangart trifft den Nerv der Zeit, denn zurück zur Natur ist in: Unterwegs sein und seelisch auslüften. Ziele erreichen und in der Gemeinschaft sein. Die natürliche Bewegung rund um Klettern, Tourengehen und Co. boomt, unterstützt durch eine gute Infrastruktur, die durch den Tourismus entstanden ist. Immer interessantere Wegenetze und Ziele stehen dem Freizeitsportler zur Verfügung. Gut gepflegte Weitwanderwege etwa machen Mehrtagestouren mit Übernachtungen für jedermann möglich.

Doch ist nicht alles jenseits des Spazierengehens auch wirklich effektives Training für den Körper. Nordic Trekking-Pionier Bernd Schäufle rät dazu, genau hinzuschauen: „Bei langen Radtouren etwa sind nur 35 Prozent der Muskulatur im Einsatz. Beim Nordic Trekking sind es annähernd alle Muskeln, und zwar durch den direkten Einsatz der Stöcke als Sportgeräte.“ Beim gewöhnlichen Trekking dienen die Stöcke hauptsächlich der Absicherung, als Stützen. „Beim Nordic Trekking übertragen sie aktiv Kraft aus unserem Oberkörper auf die Piste, wie beim Nordic Walking. Mit diesem Vorschub werden wir zu echten Vierfüßlern und lassen die Wanderer mit unserem Tempo stehen“, lacht der Nordic Walking-Mastertrainer. Das will gelernt sein. „Ein Grundkurs zum Erlernen der Nordic Walking-Technik sollte absolviert werden“, ergänzt Schäufle, „bevor man sich an ausgedehnte Touren macht.“

Natur mit Sport und High-Tech

Der Sportbuch-Autor Schäufle empfiehlt zunächst, ein- bis zweimal die Woche normales Nordic Walking über eine Trainingszeit von 60 Minuten. Wer dann die effektive Technik beherrscht, kann das Training um den Kick der langen Distanz erweitern. Die Distanzen der Touren sollten das individuelle Leistungsvermögen abgestimmt werden. Bei der Tourenplanung sind neben der reinen Distanz aber auch das Geländeprofil, die Höhenunterschiede, technisch schwierige Passagen und die Verpflegungsmöglichkeiten zu berücksichtigen. Im Ergebnis ermöglichen individuell geplante Nordic Trekking-Touren dem Aktiven die ganze Belastungsbandbereite von Grundlagenausdauertraining bis hin zum Ausloten von Leistungsreserven, wenn es beispielsweise länger steil bergauf geht.

Für die erfolgreiche Tour gehören passende Nordic Walking-Stöcke (am Besten professionelles Material), angepasste Kleidung mit entsprechendem Schuhwerk, Proviant sowie natürlich Kartenmaterial oder auch ein GPS-Gerät zur Grundausstattung. Doch auch der Einsatz einer Pulsuhr ist obligatorisch, um Fehlbelastungen zu vermeiden. Für Abwechslung unter Nordic Trekking-Liebhabern sollen Wettkämpfe wie „Transalpine Run“ und interessante Erweiterungen sorgen.

Weil für die Nordic Trekker beispielsweise gute Kenntnisse der Orientierung im Gelände mittels Kartenkunde und Navigationshilfen wie Kompass und GPS selbstverständlich sind, verbinden manche ihre Nordic Trekking-Tour mit einer Daten-Schnitzeljagd. „Geocaching“ heißt diese neue Form der Schatzsuche im Gelände. Carsten Dittberner, Geocaching-Aktivist der ersten Stunde erklärt: „Jemand versteckt in einem geheimen Lager in der Natur bestimmte Gegenstände und gibt im Internet die Koordinaten an. Andere Geocacher suchen diese Stelle mit GPS Geräten und verewigen sich dort in der Liste der Cache-Entdecker.“ Bei sogenannten Multi-Caches müssen sogar mehrere Stationen aufgefunden werden und dort Rätsel gelöst werden. Dittberner schwärmt: „Eine prickelnde Mischung aus High-Tech und Natur und eine tolle Sache, um die nächste Nordic Trekking-Tour zur spannenden Schatzsuche zu machen.“

Über die Nordic Walking Union (NWU)

Die Nordic Walking Union (NWU) wächst kontinuierlich und ist unter dem Motto „Bewegung verbindet“ mit über 100 Stützpunkten bundesweit das größte Netzwerk für Nordic Walking in Deutschland. Der Fachverband bildet zertifizierte Trainer nach einheitlichen Qualitätsstandards aus. Der 1. Vorsitzende ist Nordic Walking-Urgestein Bernd Schäufle (Autor von „Schlank und fit mit Nordic Walking“, „Nordic Walking für Einsteiger“ und weiteren Fachbüchern).

Der Gesundheitssport Nordic Walking erobert allmählich ganz Europa. In Deutschland gibt es bereits mehr als 3,5 Millionen Aktive. Nordic Walking ist ein sanftes aber effektives Ganzkörpertraining, bei dem sowohl das Herz-Kreislauf-System trainiert als auch die Muskulatur gekräftigt werden.

Bericht aus NATUR/ERLEBEN Herbst 2006

Created by admin
Last modified 2006-11-30 08:21
 

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