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Wieso ein Nordic Walking Kurs?

Nordic Walking - Tipps vom Profi - von Anke Faller, aus der Zeitschrift Walking / Winter 2006

Wieso ein Nordic-Walking-Kurs fragen Sie sich. Grundsätzlich empfehle ich einen Kurs; Man lernt die Vielfalt des Nordic Walking kennen, der Kurs motiviert, an sich zu arbeiten und kontrolliert auch den Trainingseffekt, und zudem ist man nicht alleine, sondern in einer Gruppe.

Zunächst muss sich der Teilnehmer eines Kurses aber klar werden, was er im Kurs erreichen kann. Nordic Walking kann man für viele Ziel nutzen. Gewichtsreduktion, Rücken, Körperstraffung, Herz-Kreislauf-Training, Muskelaufbau usw.. Dazu kommen die weiteren angenehmen Facetten des Nordic Walking. Naturerlebnis, Kommunikation, Sport, Spaß – und Stärkung des Selbstbewusstseins, Denn es ist ein gutes Gefühl, wieder ein paar Kilometere geschafft zu haben. Wichtig ist es, die Technik effektiv zu gehen. Ich würde nie von falscher oder richtiger Technik reden, immer von Effektivität. Wenn man eine Stunde Zeit zur Bewegung hat – ob man diese als Training oder als Spaziergang und „Kaffeeplausch“ nutzt, bleibt einem selbst überlassen. Grundsätzlich ist es immer richtig, wenn man sich bewegt.

Hilfreich zum Erreichen der gesteckten Ziele ist ein Herzfrequenzmesser. Er kontrolliert, ob das Training wirklich effektiv abläuft oder nicht. Der Trainer kann nicht in die Person hineinschauen. Er sieht also nicht, ob der Walker wirklich im Fettstoffwechsel trainiert, ob er unter- oder überfordert ist. Auch haben die meisten Menschen kein Körpergefühl mehr und können sich selbst nicht richtig einschätzen. Der Herzfrequenzmesser hilft ihnen also, in ihren Körper reinzuhören. Auch die Motivation unterstützt er: der Teilnehmer kann sehen, was er wirklich geleistet hat, zum Beispiel über den Kalorienverbrauch.

Was muss man beachten bei der Wahl eines Kurses?

Bei den Kursangeboten muss man auf viele Komponenten achten:

1.) Ausbildung der Trainer: Der Markt ist mittlerweile überschwemmt von Ausbildungsinstituten, es werden auch Ausbildungen an einem Tag angeboten, alle Preislagen sind vorhanden, jeder bekommt einen Schein.

2.) Die Inhalte der Ausbildungen sind unterschiedlich.

3.) Die Grundausbildung der Trainer sind unterschiedlich, jeder hat andere Vorkenntnisse.

4.) Zu den Teilnehmern: Alle Zielgruppen kommen in die Kurse, der eine nimmt schneller auf, der andere weniger schnell. Viele gehen nur zu einem Einsteigerkurs, und dies reicht eben nicht, um die Technik sauber zu gehen. Der Mensch benötigt im Durchschnitt 500.000 Wiederholungen, damit sich etwas automatisiert, da muss man einige Kilometer laufen. Die Finnen tun sich leichter – die haben den Bewegungsablauf vom Langlauf abgespeichert.

5.) Arbeit mit dem Herzfrequenzmesser: mit ihm haben Trainer und Teilnehmer eine wichtige Kontrolle über die Effektivität und damit eine Steuerungsmöglichkeit für das Erreichen der festgelegten Ziele.

 

Meine Empfehlung:

Mittlerweile gibt es in vielen gebieten Deutschlands gute Nordic-Walking-Schulen, man sollte nicht immer auf die Logos der Ausbildungsinstitute schauen, mit denen geworben wird, sondern eher auf die Mund-zu-Mund-Propaganda achten. Die guten Trainer haben sich mittlerweile einen Namen gemacht. Die Bewegung Nordic Walking positiv und professionell zu vermitteln, ist sehr personenbezogen. Wenn ein Trainer Nordic Walking lebt, dann spürt man dies als Kursteilnehmer- und dann ist man gut aufgehoben.

Ein Kurs sollte so aufgebaut sein.

·  Der Trainer sollte nicht mehr als zehn Teilnehmer in den Einführungskurs nehmen.

·  Bei der Anmeldung sollte ein Fragebogen ausgefüllt werden (Gesundheitscheckliste), damit der Trainer die individuellen Vorraussetzungen der Teilnehmer kennt.

·  Der Einführungskurs kann über zwei Stunden oder zwei mal 90 Minuten gehen (Empfehlung)

Die notwendigen Kursinhalte:

· Stockgewöhnung, Erwärmungsprogramm mit Koordinationstraining, Spiel, Technikeinführung, Methodikübungen, Kräftigungsübungen, Stretching

· Der Teilnehmer sollte vermittelt bekommen, dass bei einer effektiv ausgeführten Technik (raumgreifend) Koordination, Ausdauer, Beweglichkeit und kraft trainiert werden können.

· Der Trainer sollte darauf achten, dass die Teilnehmer nicht zu verkrampft sind im Schulterbereich (zu festes und dauerndes Umfassen des Griffes), da sonst Verspannungen auftreten können.

· Der Trainer sollte auf die Schrittlänge achten , da der Schritt angepasst sein sollte, damit man die Gelenke nicht überstreckt.

· Der Spaß steht im Vordergrund, der Trainer sollte ein Motivator zur Bewegung sein, jedoch auch eine gewisse Disziplin vermitteln.

· Zur Empfehlung am Schluss würde ich auf jeden Fall auf eine Zehner-Einheit verweisen, da man diese Zeit mindestens benötigt, um die Technik effektiv zu lernen.

Mein Resümee:

Wir hören und lesen immer wieder, wie gesund Nordic Walking ist, um sein individuelles Ziel zu erreichen, muss man aber Regeln einhalten, eine effektive Technik gehen und vor allem mindestens drei mal die Woche losgehen. Und die Geduld nicht verlieren. Die Veränderungen am Körper sieht man nicht nach fünf mal walken. Grundsätzlich ist Nordic Walking ein Geschenk. Die Natur und der Sauerstoff geben uns Kraft, unsere Gedanken zu sortieren und auch wieder mal abzuschalten. und dies ist in unserer hektischen zeit ein ganz wichtiger Faktor um leistungsfähiger zu sein, sich besser zu fühlen und dadurch zufriedener zu sein. Und dies ist das Wichtigste!

Anke Faller, www.nordic-sports.info

Created by admin
Last modified 2005-12-20 09:47
 

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